Gute Mischung – Investor Jan Kretzschmar setzt auf bezahlbare Wohnungen

Bauunternehmer Jan Kretzschmar (l.) und Filmpark-Chef Friedhelm Schatz (2.v.l.) bei der Grundsteinlegung des Campus am Filmpark [Foto: KW-Development]

Mit seinem Unternehmen KW-Development beweist Geschäftsführer Jan Kretzschmar, dass Bauen nicht immer mehr Zeit benötigt als geplant – und, dass die Kosten überschaubar bleiben. Für die städtischen Wohnungsbaugesellschaften hat der Immobilien-Fachmann mit seinem Team seit 2012 knapp 2 000 Wohnungen in Berlin und Brandenburg fertiggestellt und konnte bei vielen weiteren Projekten bereits mit den Bauarbeiten beginnen. Weitere 2 000 Einheiten sind derzeit in der Planung. Um den teils quartiersgroßen Projekten die richtige Mischung aus Gewerbe, Bildung und Wohnen zu geben, errichtet die KW-Development neben Miet- und Eigentumswohnungen auch gewerbliche Immobilien und soziale Einrichtungen. 

Mit dem Campus am Filmpark Potsdam entstehen zwischen Uni Potsdam und Filmpark Babelsberg auch ein Boardinghouse mit 255 Zimmern und ein Bürohaus. Dafür liegen dem Bauherrn schon Anfragen von privaten Fachhochschulen vor. Der Campus liegt neben den Babelsberger Filmstudios sowie den Villen am Filmpark. Es gibt eine Bäckerei, Res-taurants, eine Drogerie und einen Lebensmittelmarkt. Für die neuen Bewohner des Quartiers plant Kretzschmar zusammen mit Filmpark-Chef Friedhelm Schatz auch eine Kita; zur Förderung von Start-ups, u. a. von Absolventen der Uni Potsdam, entsteht ein Gründerzentrum und ein weiteres Bürohaus. Auch über den Bau einer öffentlichen Schule für die Stadt Potsdam wird verhandelt. „So erschaffen wir ein vollwertiges und lebendiges Stadtquartier“, erklärt Kretzschmar sein Konzept.

Im Westen Potsdams entsteht derzeit das Brunnen Viertel. Neben Wohnungen wird über ein Ärztehaus, ein Pflegeheim mit betreutem Wohnen sowie eine Kita nachgedacht. „Junges und altes Wohnen nebeneinander, das ist genau die Mischung, die ich mir vorstelle“, sagt Kretzschmar. Allerdings gibt es von der Stadt Potsdam Widerstand gegen das Seniorenwohnen. „Für mich ist es absolut unverständlich, weshalb die Stadt sich diesem verschließt.“ Der Projektentwickler und Bauherr plant einen Mix aus Miet- und Eigentumswohnungen unterschiedlicher Größen, die mit ihren Grundrissen sowohl die Wohnansprüche von Singles als auch die von Familien erfüllen. 240 der insgesamt 369 Wohnungen wurden vor Baubeginn an einen Immobilieninvestmentfonds verkauft, der die Wohnungen langfristig vermieten möchte. Für Aufenthaltsqualität sollen die Namensgeber des Quartiers sorgen: die Springbrunnen. Kretzschmar träumt auch von Sport- und Freizeiteinrichtungen. Bis Ende 2018 sollen die 369 Wohnungen größtenteils fertiggestellt sein. Soziale Verantwortung ist für Kretzschmar ein unternehmerisches Credo. So hat er beispielsweise in der Friedrichshainer Thaerstraße in zwei Etagen die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „Die Arche“ integriert und bei der Sanierung des Beelitzer Frauensanatoriums Flächen für Künstler geschaffen. Beide Projekte funktionieren auch dank dieser Mischung.

 

71 - Sommer 2017
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