Sportliches Zähneausbeißen

„Teeth of the Dog“ im Casa de Campo Resort. Sieben Löcher führen am Meer entlang [Fotos: Tourist Board Dominikanische Republik]

Als Golfdestination ist die Dominikanische Republik die Nr. 1 in der Karibik. 600 Kilometer Strände, eine Durchschnittstemperatur von 27 Grad Celsius und 21 blaue Umweltflaggen, die für Top-Wasserqualität stehen – Traumurlaub in der Dominikanischen Republik. Neben malerischer Landschaft ziehen attraktive Golfanlagen Freizeitgolfer aus der ganzen Welt auf die Karibikinsel. Über 30 abwechslungsreiche Plätze von namhaften Designern wie Jack Nicklaus, Robert Trent Jones, Nick Faldo oder Pete Dye stehen zur Auswahl. Berlin vis-à-vis stellt einige der schönsten Anlagen vor.

Es begann mit einer Hundeschnauze. 1971 war es, als der Amerikaner Pete Dye seinen ersten Golfkurs in der Dominikanischen Republik an den traumhaften Strand des gerade entstehenden Luxusresorts Casa de Campo zauberte. Weil einer der Beteilig-ten der Meinung war, die zerklüftete Küstenlinie östlich der Stadt La Romana, der sieben der 18 spektakulären Dye-Fairways unmittelbar – und bis auf mehrere, fast unspielbare Halbinsel-Grüns – folgen, ähnele einem Hundegebiss, verpasste man dem Platz den Namen „Teeth of the Dog“. 

Auf seine spezielle Art bissig ist der Platz auch mehr als vier Jahrzehnte später noch allemal. Und ein gefürchteter Ballschlucker. Doch kaum ein Gastgolfer, der was auf sich hält, möchte aus der Dominikanischen Republik zurückfliegen, ohne sich an der Hundeschnauze sportlich die Zähne ausgebissen zu haben. „I built eleven holes, god built seven“, wird Golfarchitekt Pete Dye in Casa de Campo bis heute gerne zitiert. Aus der kreativen Feder des schon 91-Jährigen Design-Genies stammen mittlerweile zwei weitere grandiose Golfplätze auf dem 28 Quadratkilometer umfassenden Gelände des Luxus-Resorts: der mit Schwierigkeiten gespickte „The Links“ und der stellenweise wirklich atemberaubende „Dye Fore“-Kurs hoch über dem Canyon des Chavôn-Flusses, der einst als Kulisse für den preisgekrönten Vietnam-Film „Apocalypse Now“ diente. Und auch die Hundezähne wurden nochmals geschärft: 2005 verpasste Pete Dye seinem Meisterwerk einige noch längere Bahnen und kniffligere Grüns. 

Mit „Teeth of the Dog“ wurde eine der größten Erfolgsgeschichten im internationalen Golftourismus geschrieben: Der Platz selbst hat ein festes Abonnement auf eine Spitzenposition, wenn die großen US-Golfmedien die 100 oder 50 „besten Golfplätze der Welt“ küren. Casa de Campo, wo mit Vorliebe Hollywoodstars und sonstige Promis des globalen Jet-Set urlauben, wurde schon mehrfach als „bestes Golfresort der Welt“ geadelt. Und für die Dominikanische Republik waren die Hundezähne die Keimzelle des Landes als Top-Golfdestination. Kürzlich prämierte die Association of Golf Tour Operators (IAGTO) die beliebte Urlaubsinsel bereits zum dritten Mal als „beste Golfdestination der Karibik und Lateinamerikas“. 

Ein glattes Drittel dieses Erfolgs dürfen Pete Dye und sein kaum minder talentierter jüngster Sohn P.B. (Paul Burke) für sich verbuchen: Von den 30 Golfkursen, die die Dominikanische Republik mittlerweile zur unumstrittenen Nr. 1 unter den Golfdes-tinationen der Karibik machen, wurden zehn von Dye Sr. oder Dye Jr. entworfen. Vielen Amerikanern gilt der touristisch boomende Ostteil der zweitgrößten Antillen-Insel Hispaniola schon als Dye-Country. 

Glücklicherweise haben auf den Spuren von Pete Dyes Hundezähnen seit den 90er Jahren auch eine ganze Reihe anderer Giganten der Golfszene an den 600 Kilometer langen, meist von herrlichen Dattelpalm-Hainen gesäumten Stränden ihre Duftmarken hinterlassen. 

So zeichnet Tim Fazio für den spektakulären Corales GC bei Punta Cana verantwortlich. Und von Altmeister Jack Nicklaus stammen die Bahnen des Punta Espada GC nur wenige Kilometer weiter südlich. 

Und auch Gary Player, Nick Faldo, Nick Price sowie Robert Trent Jones haben sich auf der Urlaubsinsel mit Meisterstücken ihrer Kunst verewigt, zwischen der Inselhauptstadt Santo Domingo und La Romana im Süden, bei Punta Cana im Osten, aber auch bei Puerto Plata an der Nordküste. Schier endlose malerische Strände im Wechsel mit höchst attraktiven Golfanlagen – diese für die karibische Inselwelt einmalige Mischung wurde zu einem nachhaltigen Erfolgsfaktor für die stark vom Tourismus abhängige dominikanische Wirtschaft. 

Die Zahl der Golftouristen, die sich von den Plätzen anlocken lassen, überstieg im vergangenen Jahr erstmals die 155 000er Marke; das waren gut 15 000 mehr als 2015. Und auch 2017 dürfen die luxuriösen Golfresorts an den Stränden von Hispaniola wieder mit zweistelligen Zuwachsraten rechnen. Der Golf-Tourismus allein bringt der dominikanischen Wirtschaft mittlerweile pro Jahr mehr als 180 Millionen Euro ein. 

Dass die Tourismusbranche auf der Insel an einen anhaltenden Boom glaubt und voller Optimismus ist, zeigen die zahlreichen Hotel-Neueröffnungen der letzten Jahre und die vielen noch im Bau befindlichen Resort-Projekte. So erhielten die schon zahlreichen Luxusherbergen in der Region um Punta Cana, wie das Sanctuary Cap Cana Golf & Spa, kürzlich weiteren Zuwachs durch das Secrets Cap Cana Resort & Spa, das zur AMResorts-Hotelgruppe zählt. Am beliebten Juanillo-Strand gelegen, gilt es mit seinen 457 Suiten mit Karibik-Flair und spektakulären Aussichten auf das Karibische Meer und die tropische Parklandschaft des Privat-Resorts Cap Cana schon jetzt als eine der luxuriösesten Anlagen der Region – mit World Class Spa, sieben À-la-carte Gourmet-Restaurants, sechs Bars und, nicht zu vergessen, dem von Jack Nicklaus gestalteten Punta Espada Golf Course direkt vor der Tür. Ebenfalls perfekt geeignet für Besucher mit Vorliebe für Exklusivität sind das neue Ocean Village Deluxe Resort & Spa in Sosùa an der Nordküste und das vor anderthalb Jahren eröffnete zur Hotelgruppe Aman gehörende Luxusresort Amanera, hoch über der halbmondförmigen Playa Grande Beach, einem der schönsten Strände der Dominikanischen Republik. Auf dieses Resort regelrecht gewartet hatte der noch von Robert Trent Jones Sr. kurz vor seinem Tod 1996 entworfene Playa Grande Golf Course. Auf diesem später in Teilen von Robert Trent Jones’ Sohn Rees Jones neu gestalteten Platz ist nahezu auf jeder Bahn der Meerblick inklusive. 

Viele Kenner meinen, die Spitzenplätze in der Dominikanischen Republik seien durchaus mit dem kalifornischen Pebble Beach vergleichbar.

 

71 - Sommer 2017
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