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20 Jahre Magazin

20 Jahre Berlin vis-à-vis

Für uns Berliner und alle, die es geworden sind, hat sich die Stadt in den letzten 20 Jahren stark verändert. Berlin boomt. Nie waren die Besucherströme so groß wie in diesem Jahr. Schillernd, laut, bunt, lebendig, weltoffen: Die deutsche Hauptstadt ist beliebt, ihre Bewohner nörgeln weniger als früher, sind besser angezogen. Berlin ist aber nicht nur Touristenhotspot und Hochglanzmetropole. Bekanntlich hat jede Großstadt viele Gesichter.

10 Jahre Märchenhütte

Auf die Bühne gebracht werden in dieser Jubiläumssaison zumeist berühmte, aber auch weniger bekannte Märchen der Brüder Grimm, außerdem einige Märchen von Hans Christian Andersen, sowie Märchen des serbischen Autors Vuk Stefanovi Karadži. Neben klassischen Märchenfiguren wie dem tapferen Schneiderlein oder Rotkäppchen bevölkern zukünftig noch mehr Tiere und Fabelwesen die Bühne. Bei Glühwein werden die Zuschauer hoch über dem Monbijoupark, umlagert von Krähen und Füchsen, vis-à-vis der nächtlichen Museumsinsel, in eine Zeit entführt, in der das Wünschen noch geholfen hat. Inszeniert werden für die kommende Spielzeit unter anderem: Das tapfere Schneiderlein, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Der Wolf und die sieben Geißlein, Hans im Glück, Die sieben Raben, Der Tannenbaum, Der gestiefelte Kater, Rumpelstilzchen, Das blaue Licht, Schneewittchen, Hase und Igel, Aschenbrödel und viele andere mehr. Nicht wenige davon zum Mitmachen. In diesem Jahr steht den Zuschauern nach neuer Bühnen- und Sitzplatzanordnung in beiden Märchenhütten deutlich mehr Platz zur Verfügung: Die Jacobhütte wird künftig zur Großmutterstube mit einem bullernden Ofen. Die Wilhelmhütte zeigt sich als geheimnisvolle Waldhütte. 

Neben den Märchenhütten spielt das Ensemble im November und Dezember auch auf Schloss Schwante sowie in einer Holzhütte im Kreuzberger Szenebiergarten Birgit & Bier.

64 - Herbst 2015
Kultur

65 Jahre und drei Generationen

Theodor Bergmann Haustechnik hat Grund zu feiern. Ob der Wasserhahn tropft oder die Heizung ihren Dienst versagt: Seit fast 65 Jahren sorgt die Firma Theodor Bergmann Haustechnik für funktionierende Leitungen, warme Stuben und vieles mehr.

Mit rund 160 Mitarbeitern gehört der Reinickendorfer Familienbetrieb zu Berlins größten Firmen dieser Branche.

Und es sieht nicht so aus, als würde sich daran etwas ändern. Inzwischen steht schon der zweite Generationenwechsel an. Firmengründer und Großvater der heutigen Führungsriege ist Theodor Bergmann. Am 15. Dezember 1950 gründete er seinen kleinen Handwerksbetrieb, zog mit einem kleinen Handwagen selbst von Kunde zu Kunde und führte diverse Reparaturarbeiten im Sanitärbereich durch.

Seine Söhne Bernd und Uwe stiegen 1980 ein und heute lenken bereits die Enkel die Geschicke der Firma, auch wenn Bernd Bergmann immer noch zugegen ist, sich nur sehr langsam etwas zurückzieht. Das Trio der dritten Generation ergänzt sich hervorragend und lässt ein wenig frischen Wind einziehen. Während Björn eher im technischen Bereich zu Hause ist und seine Schwester Jennifer das Personal betreut, kümmert sich Benjamin Bergmann hauptsächlich um die Zahlen. Und die drei jungen „Bergmänner“ sind erfolgreich: Bergmann Haustechnik ist bereits zu Berlins zweitbestem Ausbildungsbetrieb gekürt worden, seit einem Jahr wird an der Qualifizierungsmaßnahme für das Siegel „attraktiver Arbeitgeber“ gearbeitet, das Trio will damit auch ein wenig den Auswirkungen des Fachkräftemangels entgegenwirken. Was die Firma schon als Ausbildungsbetrieb tut, in den letzten zehn Jahren hat sie 80 Jugendliche in das Arbeitsleben entlassen. Dabei scheinen die Mitarbeiter zu wissen, was sie an ihrem Arbeitgeber haben: Die Fluktuation ist gering und inzwischen holen die Angestellten schon ihre Familienangehörigen in den familiengeführten Betrieb. Überzeugt werden möchte eher der Nachwuchs in den Schulen, also potenzielle Auszubildende. Aber auch dies läuft ziemlich erfolgreich: Jennifer und Benjamin Bergmann touren durch die Hauptschulen des Bezirks, informieren über Handwerksberufe und führen in den Schulen Bewerbungstrainings durch. Schließlich wissen sie, wovon sie sprechen. Darüber hinaus bieten sie Praktikumsplätze an, die gern in Anspruch genommen werden. Und für die Angestellten locken durchaus attraktive Einsatzorte: Das Olympiastadion gehört dazu, Berlins neues Stadtschloss und das Waldorf-Astoria-Hotel, um nur einige zu nennen.

Auch wenn die Hauptkunden aus den Wohnungsbau-Gesellschaften und -Genossenschaften stammen.

Die Firma setzt auf die oft genannte Nachhaltigkeit: Die Mitarbeiter absolvieren regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen. Die unverzichtbar sind, schließlich geht es um wichtige Themen wie Trinkwasserverordnungen und den verantwortungsvollen Umgang mit Gasleitungssystemen. Und im Bereich regenerative Energien gibt es immer neue Entwicklungen, die den zunehmend auch privaten Kunden vorgestellt werden wollen.

Für die Bergmänner gibt es aber auch ein Leben nach der Arbeit. Benjamin Bergmann verrät, dass sie gerne nach Dienstschluss mit ihren Kollegen bei einem Glas Wein zusammensitzen und den Tag ausklingen lassen. 

Und seit 2009 das beliebte Federweißerfest feiern, zu dem alle Weggefährten einmal jährlich zusammenkommen. Bei meistens schönem Wetter ... 

Annette Kraß

 

64 - Herbst 2015

„Weissensee“ geht weiter

Die bei Publikum und Kritik gleichermaßen beliebte, hoch geschätzte und auch international erfolgreiche ARD-Serie „Weissensee“ ist noch lange nicht auserzählt. Das sagt die Produzentin Regina Ziegler, und die Zuschauer freut die Botschaft, denn hier handelt es sich um Qualitätsfernsehen, wie wir es uns leider oft vergeblich wünschen. 

Der spannende Stoff rund um die deutsche Teilung und die lang ersehnte Wiedervereinigung wird dank stimmiger, atmosphärisch überzeugender Drehbücher hochspannend erzählt, hervorragend ins Bild gesetzt und von einer Elitetruppe deutscher Schauspieler aus Ost und West ebenso überzeugend wie ergreifend dargestellt. Regina Ziegler und die MDR-Intendantin Prof. Dr. Karola Wille präsentierten im Kino der „Kulturbrauerei“ die 3. Staffel in Anwesenheit der Schauspieler Florian Lukas, Uwe Kockisch, Ruth Reinecke, Jörg Hartmann, Anna Loos, Katrin Sass, Lisa Wagner u. a. Sie wurde vom 29. September bis zum 1. Oktober in drei Doppelfolgen ausgestrahlt. Aber Regina Ziegler verriet, dass sich die Zuschauer zumindest auf eine 4. Staffel freuen können, da sie sich bereits in Vorbereitung befindet.

Die Erfolgsproduzentin ist durch das vierjährige Krebsleiden ihres Gatten, des Regisseurs, Autors und Produzenten Wolf Gremm, und seinen Tod am 14. Juli deutlich gezeichnet. Sie hat stark abgenommen. Dennoch steckt sie voller Tatendrang. Sie freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Drehbuchautorin Annette Hess und dem Regisseur Friedemann Fromm, für die Volker Herres (Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen) bereits grünes Licht erteilt hat. 

Wie Regina Ziegler sagt, gibt es für sie nur eine einzige Kraftquelle nach dem Tod ihres Mannes: „Arbeit, Arbeit, Arbeit!“ Am Tag nach der Präsentation der 3. Staffel „Weissensee“ in der „Kulturbrauerei“ flog sie mit einem kleinen Kreis enger Freunde nach Mallorca, um die Asche Wolf Gremms dort dem Meer zu übergeben. Sie hatte die ganze Zeremonie vor dem Tod ihres Mannes mit ihm abgesprochen und ein Segelschiff dafür gemietet. „Es wird alles so sein, wie Wolf es sich gewünscht hat“, sagt sie.

Danach wird sie erneut ans Werk gehen, um die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung mit all den ergreifenden Schicksalen von Menschen, die wie auch sie selbst durch tiefes Leid gehen mussten, um irgendwann wieder Licht zu sehen, in wahrhaftiger Weise weiterzuerzählen. 

Gudrun Gloth

 

64 - Herbst 2015
Magazin

Unsere neue Währung wird das Glück sein

Mit der Foto-Community-Idee für Smart-phones sind 2010 in Berlin vier Freunde an Start gegangen. Nur sechs Jahre später sind es 60 Mitarbeiter im Berliner Büro und über 80 Botschafter in der ganzen Welt. Erste Firmen wurden hinzugekauft, erste Festivals veranstaltet und in Amerika das erste Büro eröffnet. Weltweit sind 13 Millionen Fotografen registriert, aus über 150 Ländern. Allein aus Deutschland sind 300 000 Fotografen bei EyeEm aktiv. Im Schnitt werden 60 000 neue Bilder pro Tag hochgeladen und an den Wochenenden über 120 000. Ein irres Wachstum und ein irrer Erfolg, dem Gen Sadakane, einer der Mitbegründer und der Creative Director, mit lächelnder Gelassenheit begegnet: „Klar ist es ein schönes Gefühl, dass viele EyeEm kennen und auch toll finden. Aber diese Zahlen sind nicht so wichtig. Wichtig ist, dass der Informationsinhalt besser wird und die Fotografie. Und dass es gute Fotografen sind, die Spaß haben und nicht nur Selfies machen, also sich oder ihr Essen fotografieren.“ 

Aber was ist ein gutes Foto? Echte Menschen, echte Gefühle sind gefragt. In allen Bereichen und aus allen Bereichen. Es ist ein anderer Markt. Ein neuer Markt. „Businessfotografien, wo sich alle adrett die Hand geben, sind nicht mehr zeitgemäß. Und ein gutes Foto hat nichts mit dem Apparat zu tun, es kann mit jedem Medium fotografiert werden. Heute ist man näher dran, oft auch wirklich mit der Handykamera. Wenn man mit dem Handy fotografiert, bewegt man sich anders als mit einer großen Kamera und die Leute sich ebenfalls. Es geht um den Moment und die Komposition Und darum, was es mit dir macht. Es geht um die Frage, wie bekommt man in einem Bild schnell etwas ganz einfach kommuniziert und jeder versteht, was gemeint ist.“ Gen Sadakane muss es wissen. In seinem früheren Leben in der Werbebranche hat er mit seinen Foto-Ideen für die Werbung bereits in Cannes mehrere Löwen abgeräumt.
Er wurde in Düsseldorf geboren, hat „Visuelle Kommunikation“ studiert und ist nun halt Unternehmer. Aber auch das ist ihm nicht so wichtig. „Mir macht das Spaß, was ich mache, ob das nun Unternehmer heißt, ist egal.“ 

Und trotzdem bleibt die Frage: Wie wird man heute Unternehmer? „Nicht so viel Caffè Macchiato trinken und quatschen. Man muss passioniert sein und einfach anfangen und machen. Dann ist man schon sehr weit vorne“, sagt er. Unternehmer zu sein, hat für ihn aber auch viel mit verbotenen Dingen zu tun. Seine Schule war die Graffiti-Kunst. Dort hat er alles gelernt über Farben, aber auch was die Effektivität und das Marketing angeht. Wer könnte kommen, muss ich leise sein, wie viel Zeit und Ressourcen habe ich eigentlich? „Was nutzt mir das Malen unter einer Brücke, wenn da eh keiner langkommt? Wo also platziere ich mich, wo ist der Ort, der hoch frequentiert ist? Aber wo mehr Leute sind, ist auch weniger Zeit. Wie bekomme ich also mein Bild in kürzester Zeit schön hin? So muss man auch in einem Unternehmen denken.“

Teil der Philosophie von EyeEm ist, dass alle das Gefühl haben sollen, dass sie an etwas Großem mitwirken. Aber das Gefühl ist nicht nur ein Gefühl. Die mediale Revolution ist in vollem Gange und EyeEm ein Teil davon. Das fängt schon bei der Sprache an. Auf der Plattform wird niemand wie sonst üblich „User“ genannt. „User“ ist in meinen Augen anonym und nicht würdig. Es sind Fotografen, und sie sollen auch als solche benannt werden“ – ist nur einer der neuen Ansätze von Gen Sadakane. Ein anderer ist, dass man auf EyeEm die Gelegenheit hat, besser zu werden und dazu Visualität bekommt. „Ich glaube, jeder möchte irgendwie auf eine Art berühmt sein und wenn wir dabei helfen können, ist das schön.“

Manche der Fotografen auf der EyeEm-Plattform haben heute mehrere 100 000 Follower und bekommen täglich unzählige Likes für ihre Fotografien. Und doch reicht das nicht mehr. „Die neue Währung auf unserem Markt wird das Glück sein, das Glück – ich habe ein Bild verkauft.“ Deshalb gibt es Fotowettbewerbe und -ausschreibungen von Firmen, und das ist einer der Gründe, warum sich EyeEm für einen eigenen authentischen Online-Marktplatz entschieden hat. Natürlich will EyeEm selbst auch Geld verdienen. Das sichert die Nachhaltigkeit und den Bestand des Unternehmens. Unabhängig sein, auch wenn sie die besten Geldgeber der Welt haben. „Es ist unser Baby, das gibt man nicht einfach ab, da achtet man darauf, welche Babysitter ran dürfen.“ Dafür arbeiten Gen Sadakane und seine Freunde mit dem ganzen Team gern rund um die Uhr und rund um den Globus. Das „EyeEm Photography Festival & Awards“ fand in diesem Jahr zum Beispiel in New York City statt. Aber auch das wird für Gen Sadakane nicht vordergründig sein.

Sein erstes eigenes gutes Foto auf EyeEm war übrigens ein orangefarbener Stuhl im Treppenaufgang des alten CIO Gebäudes, dem Postfuhramt. Wenn er nur eine Frage hätte, wäre die: Was war Ihres?   

Barbara Sommerer

64 - Herbst 2015

Schwarzer Abt und himmlisches Theater

Mit seinen beiden Barockkirchen und der barocken Gartenanlage muss Neuzelle keinen Vergleich scheuen. Dass eine Brauerei das Ensemble vervollkommnet, passt natürlich auch in die Analogie. Einstmals wurde die Anlage im Mittelalter als Zisterzienser-Kloster gegründet. Seine Blütezeit erlebte das Stift Neuzelle allerdings erst im 17./18. Jahrhundert. Die historische Lage des Ortes in der Grenzregion zwischen der Niederlausitz und der Mark Brandenburg führte dazu, dass im Laufe der Geschichte sächsische, böhmische und preußische Einflüsse verschmolzen. Dieser kulturelle Schmelztiegel, der Neuzelle war, macht bis heute seinen Charme aus. 

Wie ein Schloss thront die St. Marienkirche über dem Ort. Herrschaftlich ist schon die Zufahrt zu nennen, gesäumt von einer Lindenallee, den Klosterteich im Blick. Das figürlich opulent gestaltete Tor zum Schlosshof gibt einen Vorgeschmack auf die barocke Welt dahinter. Der Weg führt in die Marienkirche, wo die barocke Bilderpracht überwältigt. Allein die zahlreichen Deckengemälde illustrieren beeindruckend lebendig Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament. Hier bietet sich eine Führung an.

Zurück im Klosterhof fällt der Blick auf ein neues Museum mit dem schönen Namen „Himmlisches Theater“. Spätestens hier wähnt man sich in Bayern, wo die Volksfrömmigkeit zu Hause ist. Zu sehen sind auf perspektivisch gestaffelten Holzkulissen lebensgroße Passionsdarstellungen. Der 229 Teile umfassende barocke Kulissenreichtum ist in seiner Gesamtheit und künstlerischen Qualität europaweit einzigartig. Ihre Entstehung verdanken derartige Inszenierungen der Gegenreformation. Durch sinnliche religiöse Erlebnisse sollten die Gläubigen wieder zum katholischen Glauben zurückfinden. Dr. Martin Salesch, der Museumsleiter, beschreibt die historische Aufführungspraxis so: „Fast jeden Tag wurde wohl damals eine neue Szene dargestellt, um dieses Passionsgeschehen bildhaft zu machen. Schließlich konnten ja auch noch nicht alle im Volk lesen und schreiben. Ziel war es sicher auch, mehrere Tage in Neuzelle zu verweilen und sich in die Bildwelt hineinziehen zu lassen.“ Die Bemühungen dürften seinerzeit nicht ohne Erfolg geblieben sein, berichten zeitgenössische Dokumente. Doch anlässlich solcher Bühnenereignisse immer wieder auch von Bekehrungen. Dazu wird es in unserer bilderüberfluteten säkularen Welt wohl nicht kommen, überwältigend ist das modern präsentierte „Himmlische Theater“ allemal.

Schon vom Klosterhof kann man einen Blick über die Terrassen auf den im französischen Stil angelegten Klostergarten werfen. Das Gelände fällt hier relativ steil ab, die Oder ruft. Der Garten besticht nicht unbedingt durch seinen Pflanzenreichtum, vielmehr ist es die Gesamtanlage mit der Fontäne, den in Form geschnittenen Sträuchern und den Rosenstöcken. An der Orangerie kann man Kaffee und Kuchen stilvoll im Freien genießen. Verlässt man den Garten über den südlichen Ausgang, nähert man sich dem Klosterberg über den Stiftsplatz. Hier befindet sich die zweite barocke Prachtkirche des Ortes. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Kreuzkirche als katholische Pfarrkirche für die örtliche Bevölkerung gebaut. Die Kulissen aus dem Himmlischen Theater wurden im Übrigen einst hier aufgestellt. Die Mönche brauchte man ja nicht zu bekehren. Die Kirche verfügt über reichen barocken Schmuck. In der Kuppel prangt ein über 100 Quadratmeter großes Fresko, das von dem böhmischen Maler Georg Wilhelm Neunhertz geschaffen worden ist. In künstlerischer Hinsicht ist die kleinere Schwester der größeren Marienkirche sicher ebenbürtig. Seit der Auflösung des Klosters im Jahr 1817 wird die Kirche als Evangelische Pfarrkirche genutzt.

Kloster, das verbinden viele auch mit leiblichen Genüssen. Neuzelle hat das erkannt. Klosterbrauerei und -brennerei laden zu Schauvorführungen samt Verkostung. Der Schwarze Abt, das dunkle Neuzeller Bier, gehört sicher zu den beliebtesten Souvenirs. Wer immer noch nicht genug hat von der Gegend, kann noch einen Abstecher nach Ratzdorf machen. Hier fließt die Neiße in die Oder und die urwüchsige Gartenwirtschaft „Kajüte“ lädt zum Scheidebecher.

Information:

www.stift-neuzelle.de

 Karen Schröder  

64 - Herbst 2015